Der Paulinus berichtet über eine unerwartete Entdeckung in der Blandine-Merten-Realschule:

 

Ein unerwarteter Reliquienfund

Eine Entdeckung haben Elektriker in der Blandine-Merten-Realschule der Ursulinen in Trier gemacht. Beim Einbau einer Feuermelde-Anlage stießen sie auf eine Reliquie und geweihte Gegenstände, die bei Grundsteinlegung eingemauert worden waren.

von Christine Cüppers

Trier. „Das ist eine kleine Sensation“, kommentiert Schwester Veritas Albers, von 1995 bis 2007 Generaloberin des Ursulinenordens, sichtlich bewegt und fasziniert den Zufallsfund. Seit wenigen Tagen erst wieder in Trier, ist sie gerade zufällig vorbeigekommen, als Schulleiter Ulrich Holkenbrink gerade mit kriminalistischem Spürsinn und sehr vorsichtig das unscheinbare, geheimnisvolle Päckchen öffnet.

Handwerker bemerkten beim Bohren Hohlraum

Das kam zutage, als Elektriker im Eingangsbereich zur Realschule in der Bernhardstraße eine Öffnung für die Installation einer Feuermelde-Anlage bohrten. „Die beiden jungen Männer waren gottlob sehr feinfühlig bei ihrer Arbeit und merkten es, als sie auf einen Hohlraum stießen“, erläutert Schulleiter Holkenbrink sichtlich erfreut über den Überraschungsfund. Hinter einer Holzplatte befand sich das ziegelsteingroße, verschnürte und versiegelte Päckchen.

Dieses besteht zunächst aus sechs gewachsten, wasserdichten Pergament-Tüten. Auf der innersten findet sich der Vermerk: „Mit der Osterkerze von 1958 eingewachst“. Darin dann eine Metallschachtel mit diversen Inhalten, die in einem Verzeichnis benannt sind: Neben einem Glasröhrchen mit inzwischen ausgelaufenem Lourdes- und weihwasser-Gemisch und Teilen einer „in Luxemburg geweihten Theresia-Rose“ zeigt ein Medaillon das Bild von „unserer lieben Schwester Blandine“, der besonders im Raum Trier verehrten und 1987 selig gesprochenen Ursuline.

Ein weiteres Medaillon enthält eine Reliquie von Maria Goretti, der 1950 heiliggesprochenen italienischen Märtyrerin, die als Schutzpatronin von Kindergärten und Schulen verehrt wird.

Echtheit bestätigt in Rom ausgestelltes Dokument

Die Echtheit dieser Reliquie bescheinigt ein in Rom ausgestelltes Dokument. „Ihrem Schutz und ihrer Hilfe vertrauen wir diesen Bau und alle, die ihn betreten, an. Eingemauert heute, am Fest unserer Ordensstifterin, der heiligen Angela. Trier-Heiligkreuz am 27.01.1959“ – so ist auf einem beigelegten Papier zu lesen, was die genaue Datierung ermöglicht.

„Wir hatten keine Ahnung, dass es einen solchen Grundstein gibt. Dies ist ein purer Zufall bautechnischer Art“, schildert Holkenbrink die Entdeckung. Die sei vor dem Hintergrund der „derzeitigen grundlegenden Veränderungen im Orden“ (die Ursulinen verlassen ihr Mutterhaus in Bad Neuenahr-Ahrweiler) eindrucksvoll, stimmt Schwester Veritas zu.

Nach ausgiebiger Dokumentation soll das gesamte Päckchen wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückgelegt werden, informiert der Schulleiter. Fürsprache, Schutz und Hilfe von Maria Goretti und Schwester Blandine brauche die Schule schließlich auch weiterhin.

Text und Foto: C. Cüppers

Quelle: Paulinus - Aus dem Bistum - Trier - Nummer 29, vom 23. Juli 2017, Seite 10

 

Ergänzend zu dem Paulinus-Bericht von Frau Christine Cüppers werden nachstehend noch weitere Fotos über die Reliquien (Fotos: Ulrich Holkenbrink) angefügt. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle auch noch einmal den beiden Mitarbeitern der Firma Marbach Sicherheitssysteme GmbH, den Herren Caspar Malkiewicz und Thorsten Schaab, für ihr umsichtiges Handeln.