Dies sind die Worte, die jedem Autofahrer begegnen, der einmal via Autobahn die Grenze zu unserem geliebten Nachbarbundesland mit französischer Vergangenheit überfahren hat. Auch wenn sie viele vielleicht noch nicht wahrgenommen haben, so haben sie doch gerade in diesen Tagen durchaus große Bedeutung und Aktualität: Griechenland, Brexit, das Aufkeimen europakritischer Parteien in diversen Staaten der europäischen Union – Europa steht vor einer großen Herausforderung und sucht nach Antworten. Doch als „normaler“ Bürger kommt man sich da ziemlich machtlos vor.

„Resignieren und nichts tun“ kann jedoch nicht die Lösung sein, dachte sich Schulgemeinschaft der Blandine-Merten-Realschule und initiierte nach erfolgreichem Probelauf im Jahr 2016 erneut einen musikalischen Austausch mit der Collège privé Nazareth aus dem französischen Voisenon bei Melun. Wenige Tage nach dem 50. Todestag des ehemaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, einem der Väter Europas, und inmitten der französischen Präsidentschaftswahlen beschworen 50 Schülerinnen in Begleitung unseres Schulleiters Ulrich Holkenbrink und der beiden Lehrer Fabian Konz und Marc Klee den Gedanken der deutsch-französischen Freundschaft vor der Kathedrale in Reims. Der Ort, an dem sich damals Konrad Adenauer und Charles de Gaulle die Hände jener zwischenstaatlichen Freundschaft reichten. Ein Händedruck, der die engere Zusammenarbeit der Nachbarstaaten im Herzen Europas und damit zum Zusammenwachsen der europäischen Union besiegelte. Fortan war der europäische Kontinent, bis dato Schauplatz zweier Weltkriege, geprägt von lang ersehntem Frieden und zwischenstaatlichem Austausch. Für viele Millionen von Menschen in Europa ein lang unerfülltes Gefühl von unbeschreiblichem Wert!

Durch das musikalische Zusammenwirken, welches in den zwei imposanten Konzerten im französischen Voisenon und den Viehmarktthermen zu Trier gefühlt, gehört und bestaunt werden konnte, lebt dieser Austausch im Kleinen weiter. Deutsche und französische Kinder, die sich von kleinen kulturellen Unterschieden nicht abschrecken lassen, Zeit miteinander zu verbringen, sich gegenseitig zu beherbergen und gemeinsam zu musizieren, sind gleichermaßen Ausdruck und Versprechen dieses europäischen Gedankens!

Auch das international tätige Goethe-Institut, welches die deutsche Sprache und Kultur in der Welt fördert, streckte unserem Austausch die Hand entgegen und unterstütze diesen durch ein Konzert in der Pariser Niederlassung. Ein unvergessliches Erlebnis für jeden der deutsch-französischen Jungmusiker, die neben dem Konzert das Flair und das Leben der Metropole mit dem Eiffelturm in sich aufsaugen durften!

Ob die beiden anfangs beschriebenen Staatsmänner bei ihrem symbolischen Akt an ein vereintes Europa mit mittlerweile 28 Mitgliedsstaaten gedacht haben, die französischen Bürger bei ihrer Wahl des neuen französischen Staatspräsidenten ein Zeichen für den Erhalt dieses friedlichen und zusammengehörenden Europas setzen wollten – wir können es nicht genau sagen!

Doch in einem wären sich die beiden Politiker, die französischen Bürger, die Zuhörer und die Musiker der drei gelungenen Konzerte mit Sicherheit einig: Großes entsteht eben doch im Kleinen!

Text: Marc Klee

Fotos: Chantal Baudet, Marc Klee